Projekt Minicamper Ausbau

Teil 1 - Die Grundlagen

 

Beim Wort Camping denken viele zwar einerseits an laue Sommerabende vor dem Lagerfeuer, Stockbrot und gemütliches Beisammensein, andererseits aber auch an endlos scheinende Stunden langsamer Fahrt und hilfloser Navigation über enge und unübersichtliche Straßen mit dem meist ziemlich sperrigen Campervan oder Wohnmobil.

 

Wer einen Schlafplatz auf Rädern haben möchte, muss aber nicht unbedingt zum sperrigen Transporter greifen, sondern kann sich auch den möglicherweise ohnehin schon vorhandenen Hochdachkombi zur Hand nehmen und zum Campervan ausbauen.

 

 

Ein Hochdachkombi als Campervan mag auf den ersten Blick zwar vielleicht eng und unpraktisch klingen, mit dem richtigen Ausbau bieten die meisten Modelle jedoch Platz für einen geräumigen Schlafplatz für zwei Personen und mehr als genug Stauraum. Was man beim Ausbau eines Hochdachkombi Campers beachten sollte und welche Möglichkeiten zum personalisieren des Selbstausbaus es gibt, erfahrt Ihr im folgenden Beitrag.

 

Der PKW-Charakter sorgt für maximale Flexibilität beim Reisen.

 

Wo finde Ich das richtige Basisfahrzeug?

 

Als erstes gilt es natürlich, Sich ein passendes Fahrzeug zu besorgen. Generell ist zu sagen, dass sich die üblichen Verdächtigen wie VW Caddy, Citroen Berlingo und Renault Kangoo gegenseitig nicht viel geben oder nehmen. Wie bei Hochdachkombis üblich, kombinieren sie alle ein alltagstaugliches Format mit ausreichend Stauraum.

 

Allgemein würden wir dazu raten, ein etwas älteres Fahrzeug zu kaufen, da es das Reisen mit dem Campervan erwiesenermaßen etwas entspannter macht, wenn man relativ guten Gewissens auch mal einen kleinen Kratzer oder Steinschlag hinnehmen kann, ohne sich davon den Urlaubstag vermiesen zu lassen. Gleichzeitig sollte das Reisemobil aber gut genug erhalten sein, um einen problemlos dorthin - und auch wieder von dort zurück - bringen zu können, wo die Reise hinführen soll.

 

Hier muss letztendlich jeder das für sich passende Auto finden, weshalb es sich lohnt, an einem freien Wochenende einfach mal einige Gebrauchtwagenhändler in der Umgebung abzuklappern, früher oder später wird man mit Sicherheit fündig werden.

 

Besonders empfehlen können wir hier die diversen Händler ehemaliger Postfahrzeuge, z.B. Graf Nutzfahrzeuge in Neustadt an der Weinstrasse.  Diese bieten meist zahlreiche Varianten des altbekannten VW Caddy sowohl in der Maxi version als auch mit kurzem Radstand und obwohl die Fahrzeuge häufig schon relativ viele Kilometer auf dem Zähler haben, kann man davon ausgehen, dass sie zeitlebens pfleglich behandelt und der Großteil der notwendigen Reparaturen bereits vor dem Verkauf ausgeführt wurde.

 

Allgemein können wir nur empfehlen, sich das erstrebte Modell im Vorgang mal beim Autohaus in der Region zu leihen oder zu mieten, um auch wirklich sicher zu gehen, dass das Fahrzeug einem generell zusagt. Aufgrund eigener Erfahrungen werden wir den weiteren Verlauf des Ausbaus im Folgenden am Beispiel des VW Caddy beschreiben, die erwähnten Tipps und Tricks können aber problemlos auch bei allen anderen Hochdachkombi-Ausbauten eingesetzt werden.

 

Trotz seines kompakten Formats bietet der Caddy ausreichend Platz für eine große Liegefläche.

 

Die Frage nach dem Preis

 

Die nächste Frage, die häufig schon zu Beginn des Ausbaus im Raum schwebt, ist die nach dem Preis. Da die meisten Hochdachkombi-Besitzer Ihr Fahrzeug im Alltag ganz normal weiter benutzen möchten und nicht tausende Euro in einen exklusiven Camping Bausatz investieren wollen, gehen wir im Folgenden vor allem auf bedarfsorientierte Ansätze ein, die relativ niedrige Kosten mit funktionalem Selbstausbau verbinden. Wer also nach einer Anleitung zum Einbau einer 3-Sterne Küche sucht, ist hier leider falsch.

 

 

Damit Wir Euch an dieser Stelle nicht mit einer langweiligen Kostenaufstellung unseres gesamten Caddy Campers zu quälen, werden wir die ungefähren Kosten unseres VW Caddy Camping Ausbaus immer im jeweiligen Abschnitt erwähnen. Um euch aber mal eine grobe Vorstellung zu ermöglichen, können wir sagen, dass es definitiv möglich ist, einen vollständigen und hochwertigen VW Caddy Camper für unter 1500€ auszubauen.

 

Generell gilt aber auch beim Ausbau eines Minicampers, dass sich gewisse Fixkosten wie z.B. die Isolierung zwar nur schwer vermeiden lassen, durch den PKW-Charakter der Hochdachkombis aber im Vergleich zum Ausbau eines Transporters meist wesentlich geringer ausfallen. 

 

Gerade beim Ausbau eines Hochdachkombis gilt es, den vorhandenen Raum optimal zu nutzen.

 

So sind zum Beispiel alle Modelle, egal ob z.B. Kangoo Camper oder Caddy Camper bereits ab Werk recht gut Schall- und Wärme isoliert. Somit werden wir uns bei der Beschreibung unseres Caddy Campingausbaus vor allem auf das Schaffen einer großen Liegefläche sowie gut organisierten Stauraums konzentrieren.

 

Wer seinen Selbstausbau dennoch zusätzlich isolieren möchte, dem können wir zu den Reckhorn-Entdröhnungsplatten zur Schallisolierung sowie zur selbstklebenden Armaflex Isoliermatte raten. Beide Produkte können mit der Schere oder dem Cuttermesser problemlos auf den eigenen Camping Ausbau zugeschnitten und schnell verbaut werden. Hierbei empfiehlt es sich logischer Weise, zuerst die Reckhorn-Platten aufzubringen, da diese die Schwingungen des Fahrzeugblechs dämpfen um einer fahrende Blechtrommel vorzubeugen und über diese dann die wärmeisolierende Armaflex-Matte zu kleben. Weiterhin gilt es, das Material möglichst flächendeckend aufzutragen, da Lücken in der Isolierung die Entstehung von Kältebrücken ermöglichen und somit die gesamte Isolierung des Camper-Ausbaus hinfällig machen können.

 

Außerdem sollte man daran denken, gegebenenfalls auch den Fußraum der Fahrerkabine zumindest mit einer Schallisolierung zu versehen, dies kann vor allem bei älteren Modellen des Berlingo Camper relevant sein. Da die Selbstklebeeigenschaften der Produkte wirklich gut sind, brauchen sie nicht noch zusätzlich fixiert werden. 

 

Nachdem wir in diesem Teil bereits auf die Vorteile eines Hochdachkombi Campers, die Wahl des richtigen Modells, den ungefähren Preisrahmen des Ausbaus sowie die ersten Schritte im Bereich Isolierung eingegangen sind, werden wir im zweiten Teil das Schaffen der Schlaffläche, der Wand und Deckenverkleidungen und des Stauraums behandeln und einige Ideen für die weitere Individualisierung eines Caddy Camper liefern.



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